Wilder Pfeffer aus den Urwäldern Madagaskars

„Geh doch dahin, wo der Pfeffer wächst…“ Das wünscht man jemanden, der einem ziemlich auf die Nerven geht. Aber wohin soll derjenige denn überhaupt gehen? Pfefferbäume wachsen eher in Ländern, die etwas wärmere Durchschnittstemperaturen als Deutschland haben. Zum Beispiel Indonesien, Malaysia oder Indien. Aber unser Pfeffer, der wächst nur in Madagaskar.

Dem Wunsch würde ich glatt nachkommen. Nach Madagaskar würde ich gerne gehen…


Der wilde Pfeffer aus Madagaskar, einheimisch Voatsiperifery genannt, ist eine Kletterpflanze und wächst in bis zu 20m Höhe ausschließlich in den Urwäldern Madagaskars. Er lässt sich nicht kultivieren, wächst also nur wild und muss mühevoll per Hand gepflückt werden. Jeder Pfefferbauer kennt seine Pflanzen und weiß wo sie wachsen. Den genauen Standort würde der Bauer niemals Preis geben. Dazu ist der Pfeffer zu begehrt und wertvoll. Generell sind die Pflanzen sehr selten und die Jahresernte fällt mit durchschnittlich 1,5 Tonnen auch eher gering aus.


Der Pfeffer wird von den einzelnen Bauernfamilien geerntet und im Dorf zusammengetragen und dann als Dorfkollektiv verkauft.

Interessanter Weise verkauft man ihn dort nicht per Kilo, sondern per Dose. Jedes Dorf hat seine eigene Dosengröße und daher schwanken die Preise sehr von Dorf zu Dorf. Der Sinn ist, dass niemand kleine Steine dem Pfeffer beimischt, die das Gewicht verfälschen würden. Beim abzählen würde man die Steine durch schütteln der Dose hören. Nach der Ernte werden die Früchte in der Sonne getrocknet.