Was will ich in Madagaskar?

Aktualisiert: 24. Aug. 2020


Hi ich bin der Tom. Ich bin 26 Jahre alt und heute möchte ich euch erzählen, wie ich überhaupt auf Madagaskar komme und was ich da will.


Als meine jetzige Frau Tojo und ich uns verlobten, planten wir eine für die Madagassen typische traditionelle Verlobungsfeier in Madagaskar. Für uns Deutsche ist dies eine ganz eigenenartige, aber faszinierende Zeremonie. Zwei professionelle Redner stellen gegenseitig die Familien einander vor und "verhandeln", ob der Mann es überhaupt wert ist, die Frau zu bekommen. Nachdem der Redner des Mannes, nach einem langen hin und her rhetorisch hochwertiger Wortgefechte, die Familie der Frau endlich überzeugt hat, wird viel zusammen gesungen, getanzt und gelacht.


Vor der Reise war ich sehr aufgeregt. So weit von zuhause war ich noch nie entfernt und in einer solch fremden Kultur war ich auch noch nicht unterwegs. Ich malte mir Madagaskar aus wie in dem Zeichentrickfilm: Bunt, exotisch und wild. Strand grenzt an Dschungel.


Aber in Madagaskar angekommen war ich vor allem eines: schockiert. Das Land ist zwar genauso schön wie in dem erwähnten Film, genauso exotisch und bunt und der Strand grenzt tatsächlich an den Dschungel. Aber die Menschen vor Ort sind eben auch bettelarm.


Und dann ich. Ein deutscher Tourist, der den ganzen Marktstand leer kaufen könnte. Der nicht zu Fuß gehen müsste, sondern sich immer in ein Taxi setzen kann. Der für den Flug mehr bezahlt hat, als die meisten Madagassen im ganzen Jahr verdienen.


Während wir Deutschen nur Probleme haben wie: soll ich weniger Fleisch oder doch lieber Low Carb essen, ziehe ich das rote oder das schwarze Kleid an, müssen die Menschen in Madagaskar jeden Tag ums nackte Überleben kämpfen. Hast du schon mal versucht, jeden Tag nur 1,40 € auszugeben? Davon Essen, Strom, Wasser und Unterkunft zu bezahlen? Unmöglich sagst du? In Madagaskar ist dies das durchschnittliche Tageseinkommen.

Für 1,40 € am Tag würde kein Deutscher morgens überhaupt aufstehen. Im Grund genommen, wissen wir gar nicht wirklich, was hunger bedeutet.