Taniko : das Ökohotelprojekt auf Madagaskar

Aktualisiert: 10. Feb. 2021

Das erste mal wo ich in Nosy Be war habe ich mir gedacht: „Mein Gott, danke, dass ich so etwas in meinem Leben sehen durfte“. Ich war so überwältigt, dass es solche Anmut in meiner Heimat gibt. Seit diesem Tag habe ich den Traum gehabt, eines Tages auf Nosy Be zu leben. Einmal habe ich in Deutschland auf der Arbeit eine Präsentation über Nosy Be gehalten. Ich sah alle Augen im ganzen Raum leuchten. Alle haben mich gefragt, was ich noch hier in dem grauen, kalten Deutschland mache. Ich gebe es zu, dass ich mir manchmal auch dieselbe Frage stelle. Aber ich glaube, ich musste einfach meinen Weg finden.


Vor ein paar Jahren erzählte ich meiner Familie und engsten Freunden, dass ich ein Ökohotel auf Madagaskar errichten möchte. Sie haben nur all die Hürden gesehen: wo werden wir das Geld finden? Was ist wenn es nicht klappt und wir schaffen es nicht zurück nach Deutschland zu kommen? Aber der Traum lebte schon tief in mir und ich wollte ihn nicht aufgeben.


Also las ich viel und belegte Kurse über nachhaltigen Tourismus. Ich besuchte verschiedenste Foren und erfuhr, dass sich schon viele große internationale Hotelketten für Madagaskar interessieren. Die Strategie des madagassischen Tourismusministeriums ist es auch, solche große Investoren nach Madagaskar zu locken. Diese Vorstellung macht mir riesige Angst, denn Massentourismus ist nicht nachhaltig. Ich möchte nicht, dass Madagaskar wie solche Länder wird, wo die Strände von Hotelketten und Touristen überrannt werden. Auf der einen Seite die 5 Sterne Hotels und auf der anderen Seite eine sehr verarmte Bevölkerung. Die Pauschalreisen, die meistens angeboten werden bringen die lokale Bevölkerung kaum einen Mehrwert. Dabei müssen die Touristen nicht mal raus aus ihrem Hotel kommen. Dadurch werden viele einheimische Berufe wie Reiseleiter und Reisebüros verschwinden. Die Hotelketten haben schon ihre eigenen Programme und Konzepte. Unsere Kultur, unsere Identität und unsere Sprache werden noch mehr verloren gehen. Wir brauchen keine Hotels, wo eine Übernachtung 200 € kostet und die Angestellten nur 40 € monatlich verdienen. Sie verschwinden meistens in einen anderen Ort, sobald sie unsere Ressourcen komplett ausgeschöpft haben und uns eine Wüste hinterlassen haben.


Madagaskar ist noch eines der sehr wenigen Orte auf die ganze Welt, wo Individualtourismus möglich ist. Es ist das Land der unberührten Natur. Ich möchte auch der Welt dieses Paradies zugänglich machen, aber ich würde die Gäste dabei begleiten, damit sie das echte Gesicht von Madagaskar entdecken: die atemberaubenden Landschaften, das authentische madagassische Lächeln und die Lebensfreude, die einmalige Geschichte und Kultur, aber auch die traurige Seite der Armut und der schwere Kampf im Leben. Ich wünsche mir, dass es einen Austausch zwischen uns Madagassen und den Gästen stattfindet.


Das ist es was wir von Taniko ermöglichen möchten. Unsere Zielgruppe sind vor allem Öko-Touristen, Voluntouristen, Abenteurer und Kulturliebhaber. Die Grundidee ist es, ein Netzwerk von Arbeitsmöglichkeiten zu schaffen, wo Fairness und Nachhaltigkeit im Vordergrund stehen. Die Angestellten bekommen eine faire Bezahlung womit sie ihren Lebensunterhalt sichern können. Dadurch wird die Bevölkerung nicht mehr auf die Einnahmequellen aus der Waldrodung angewiesen. Ein großer Teil unser Gewinn werden wir in Aufforstungsprojekte in Madagaskar investieren. Mit unserer Firmenphilosophie möchten wir andere Startups inspirieren, kapitalorientierte Unternehmen zu gründen und gleichzeitig nachhaltig und fair zu handeln. Denn der Planet auf dem wir leben braucht uns nicht, aber wir brauchen unseren Planeten.


Auf diesem Weg haben wir schon mehrere Baustellen angefangen. Wenn du Interesse daran hast, mehr darüber zu erfahren und mitzuwirken, hinterlasse uns einen Kommentar. Wir werden mit dir Kontakt aufnehmen. Vielen Dank im Voraus dafür.


Liebe Grüße,


Tojo


Taniko : das Ökohotelprojekt auf Madagaskar

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